Häufige Fragen und ihre Beantwortung

Warum ist das Bio-Honig, die Bienen fliegen doch wohin sie wollen?

 

Das ist richtig, die Bienen befliegen auch Kulturen der konventionellen Landwirtschaft, zum Beispiel die Rapsfelder. Es gibt jedoch einige Mechanismen, die eine Verunreinigung des Honigs durch Pflanzenschutzmittel verhindern. So würden vergiftete Bienen gar nicht den Rückflug in ihren Stock tätigen können. Eine andere Erklärung ist, das die Behandlung der Pflanzen meistens vor der Blüte stattfindet. Die Nektarien sind in der Blüte so versteckt, dass sie ohnehin nicht getroffen würde. Die Tatsache, dass die meisten Mittel nicht wasserlöslich sind, verhindert einen Übergang in den Saftstrom der Pflanze.

Sollten doch mal Schadstoffe von der Bienen in die Honigwaben eingelagert werden, so werden sie wegen ihrer fettlöslichkeit im Bienenwachs gebunden.

Die meisten Bienenweidepflanzen sind ohnehin unbehandelte Wildpflanzen.

 

Was ist denn dann an Bioland-Honig so besonders?

 

Der Bienenflug spielt als mögliche Quelle von Schadstoffen eine sehr untergeordnete Rolle. Rückstände in Honig sind zumeist Stoffe, die der Imker gegen Krankheiten oder als Hilfsmittel einsetzt.

Daher schreibt Bioland genau vor, welche Mittel gegen die Varroa-Milbe eingesetzt werden dürfen, nämlich Ameisensäure und Oxalsäure. Diese sind der Natur nachgebildet und belasten bei richtiger Anwendung die Bienenprodukte nicht.

Bioland-Imker dürfen auch kein konventionelles und belastetes Bienenwachs zukaufen, sonder erzeugen das Wachs über Naturwaben und Deckelwachs laufend selbst.

Die Beute, das heißt der Bienenstock, darf nur aus Holz hergestellt sein und nur mit unbedenklichen Naturfarben gestrichen sein. Beuten aus Styrodur sind wegen der Gefahr von Ausdünstungen verboten.

Das Winterfutter für Bio-Bienen stammt aus ökologischer Landwirtschaft, damit bei dessen Erzeugung die Umwelt so wenig wie möglich belastet wird.

Die Einhaltung dieser Richtlinien wird jährlich von einer unabhängigen Institution kontrolliert.

 

Warum ist Bioland-Honig teurer als konventioneller Honig oder Bio-Importhonig?

 

Die Erzeugung von Bioland-Honig verursacht höhere Kosten durch die Arbeitsweise, das Bio-Futter und die kostenpflichtige Kontrolle. Dafür erhält der Kunde einen Honig, der keine Behandlungsmittel aus einer Krankheitsbekämpfung enthält, umweltschonend erzeugt wurde und den er bedenkenlos genießen kann.

Importhonig, auch solcher aus Bio-Imkerei kann auf Grund klimatischer Vorteile und Niedrigstlöhnen billiger produziert werden. Mit dem Kauf von regionalem Honig ermöglichen Sie jedoch, dass die Bienen der Imker in ihrer Region Blüten der Kultur- und Wildpflanzen bestäuben. Die Bestäubung der Honigbienen nimmt eine Schlüsselstellung in unseren Ökosystemen ein.

 

Ist ihr Bioland-Honig auch kalt geschleudert?

 

Unser Honig wird bei Zimmertemperatur geschleudert. Auch bei einer Wiederverflüssigung vor dem Abfüllen wird er nur schonend auf maximal 40° C erwärmt. Die Bezeichnung kalt geschleudert ist eigentlich irreführend, wenngleich der Gesetzgeber daran eine Mindestqualität knüpft.

 

Woher weiß der Imker, dass es sich um einen Honig einer bestimmten Sorte handelt. Die Bienen fliegen doch wohin sie wollen?

 

Die Bienen fliegen vor allem die Trachten an, die sich für sie am meisten lohnen. Wir bringen unsere Völker zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. Zum Beispiel Ende Mai in Akazienwälder im Saartal oder ab 20. Juni in die Edelkastanienwälder der Südpfalz. Zu diesen Zeiten sind diese Blütenpflanzen das einzige große Nahrungsangebot für die Bienen. Der dort eingetragene Honig wird dann separat geschleudert.

 

Können Sie sicherstellen, dass sich in dem Honig keine Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen befinden?

 

Zur Zeit werden in einigen Regionen Deutschlands schon vermehrt gentechnisch veränderte Maissorten angebaut, deren Pollen von den Bienen auch eingesammelt werden und vorraussichtlich auch im Honig in Spuren enthalten sind. Der Anbau von gentechnisch verändertem Raps beschränkt sich noch auf einzelne Versuchsfelder.

Da Honig ein tierisches Produkt ist, und der Pollengehalt unterhalb des Grenzwertes von 0,9 % liegt, muß nicht auf den Gehalt von GVO hingewiesen werden. Das nützt natürlich wenig, da die meisten Verbraucher jeden Gehalt an GVO im Honig ablehnen.

Die vorgeschriebenen Schutzpflanzungen um gentechnisch veränderte Maisfelder werden von den Bienen überflogen. Es gibt bislang auch keine Langzeitstudien, ob Pollen dieser Maissorten die Bienen nicht schädigen.

Der Bioland-Verband bemüht sich daher politisch Einfluß zu nehmen, und den Anbau von gentechnisch veränderten Bienenweidepflanzen zu verhindern.

 

Warum ist dieser Honig so schön cremig?

 

Es bedarf viel Erfahrung und Sorgfalt um einen Honig optimal cremig in das Glas zu bekommen. Ebenso spielen Faktoren eine Rolle, die der Imker nur schwer beeinflussen kann.

Nach dem Schleudern ist der Honig zunächst flüssig. Früher oder später wird dieser Honig je nach Temperatur und dem Verhältnis von Traubenzucker und Fruchtzucker kristallisieren.

Während der Kristallisation rühren wir den Honig zweimal täglich für 10 Minuten über einen Zeitraum von 4 bis 10 Tagen bis er kurz vor dem Festwerden ist. Das Rühren verhindert, dass sich große vernetzte Traubenzuckerkristalle bilden könnten, die den Honig hart machten und auf der Zunge spürbar wären. Der Eiskonditor arbeitet nach dem gleichen Prinzip.

Eine weitere Hilfe ist es, wenn man in den flüssigen Honig eine kleine Menge Creme-Honig als Starter einrührt.

 

Warum ist dieser Honig so fest?

 

Das Rühren des Honigs bringt nicht immer den gewünschten Creme-Honig. Neben dem Rühren hat nämlich die Temperatur im Abfüllraum einen entscheidenen Einfluß. Für Honige mit einem hohen Anteil an Traubenzucker wie Raps-, Frühlingsblüten- und Sonnenblumenhonig reicht es, wenn die Temperatur nicht über 18° C liegt. Honige wie Lindenblüten-, Edelkastanien- oder Waldblütenhonig werden schön cremig, wenn sie bei maximal 16° C gerührt und abgefüllt werden.

Nicht immer lassen sich diese Faktoren optimal gestalten, vor allem wenn im Herbst noch sommerliche Temperaturen herrschen.

 

Was sind das für weiße Beläge an der Honigoberfläche?

 

Die weißen Beläge, die bei manchen Honigen auf der Oberfläche oder direkt hinter der Glaswand sichbar sind, sind feinste Lufteinschlüsse im Honig. Sie lassen den Honig hier weiß erscheinen. Besonders bei festen und wasserarmen Honigen treten sie auf.

Dies ist lediglich ein Schönheitsfehler, der in einem naturbelassenen Honig auftreten kann.

 

Dürfen Kinder unter einem Jahr Honig essen?

 

Besser nein! Kinder dieses Alters haben noch keine ausreichenden Abwehrkräfte gegen manche Keime. Deshalb hier nur erhitzten Honig verwenden. Es können sich Botulismus-Erreger im Honig befinden. Gleiches gilt auch für Rohmilch wegen Listeriosen.

Herbstrundbrief

Liebe Honigfreunde und Kunden,

 

nach einer ganz ungewöhlichen Bienensaison finde ich nun die Zeit für diesen Rundbrief.

Ein Honigjahr, welches anfangs viel Sorge bereitete, findet nun sein glückliches Ende. Der Winter war außergewöhnlich lang. Die Bienenvölker kamen sehr geschwächt aus dem Winter. Kleinste Ablegervölkchen konnten nur durch intensive Pflegemaßnahmen durch das Frühjahr gebracht werden. Bis Anfang Juni hatten wir kaum Honig geerntet.

Doch dann kam der Sommer mit subtropischen Temperaturen. Der spät blühende Raps im Hunsrück und die Akazien im Saarland brachten traumhafte Ernten.

Dieser Honigsegen setzte sich in der Lindenblüte in Lothringen und während der allgemeinen Sommerblüte fort. Auch die Edelkastanie im Pfälzer Wald honigte besser, als in den Vorjahren.

Seit langem konnten wir auch wieder Tannenhonig im Schwarzwald und in den Vogesen ernten. Leider hat der nasse August die Tannentracht früh beendet. Dennoch konnten wir hier unsere Vorräte für die nächsten 3 Jahre auffüllen. Tannenhonig gibt es nur etwa in jedem zweiten Jahr; nur in jedem fünften Jahr gibt es eine große Ernte von der Weißtanne.

Für mich ist der Sommer zwar von sehr viel Arbeit bestimmt. Dieses Pensum geht auch häufig an die Grenze der physischen Belastbarkeit. Aber immer wenn ich in grandiosen Landschaften wie dem Pfälzer Wald, den Vogesen oder dem Naturpark Lothringen mit den Bienen unterwegs bin, werde ich entschädigt. Häufig treffen wir den ganzen Arbeitstag keinen Menschen, wenn wir versteckt in entlegenen Wälder an den Bienen arbeiten. In diesem Jahr haben wir oft auf Waldlichtungen übernachtet, wenn das Verstellen der Bienen vom Pfälzer Wald in den Schwarzwald oder in die Vogesen keine Heimfahrt zuließ.

Diese Erlebnisse stecken in jedem Honigglas. Darüberhinaus ist der Honig ein Abbild der Landschaft, in der er von den Bienen eingesammelt wird. Während Millionen von Blütenbesuchen, wird eine Landschaft intensiv von den Bienen durchdrungen.

In dieser Saison konnten wir unsere Arbeitsmethoden weiter verfeinern. Pfiffige Kleingeräte erleichtern uns die manchmal schwere körperliche Arbeit. Im Winter werden wir unsere Lagerhalle mit Lärchenholz verkleiden lassen, damit unsere Betriebsmittel besser vor der Witterung geschützt sind.

Im Nordschwarzwald konnten wir unsere Ortskenntnis ausweiten und haben wichtige Kontakte mit Förstern und Wanderwarten knüpfen können. Dies sind wichtige Vorraussetzungen für die Weiterentwicklung unserer Imkerei.

Um als Wanderimker erfolgreich zu sein, braucht man eine gute Kenntnis der Naturräume und hilfreiche Kontakte.

Zur Zeit ist es um die Bienen ruhig geworden. Die so wichtige Zeit des Loslassens und Entspannes ist gekommen. Unsere Arbeit besteht zur Zeit im Gießen und Ziehen von Bienenwachskerzen.

Ich möchte Ihnen liebe Honigfreunde Gelegenheit geben, an einem großartigen Jahrgang Anteil zu haben. Unser Shop auf dieser Webseite läßt (fast) keine Wünsche offen.

 Jan-Dirk Bunsen